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Arbeitserlaubnis und Grenzgängerkarte für Drittstaatsangehörige: Ich bin kein EU-Staatsangehöriger, aber habe eine deutsche oder französische Aufenthaltserlaubnis. Was muss ich tun, um im Nachbarland arbeiten zu dürfen?
INFOBEST-Antwort:

Grenzgänger, die keinem EU-Staat angehören, benötigen eine Arbeitserlaubnis des Beschäftigungslandes. Die damit verbundenen Bedingungen und Besonderheiten sind vom Arbeitsland abhängig.

Wenn Sie eine französische Aufenthaltserlaubnis haben und in Deutschland arbeiten wollen, können Sie eine Grenzgängerkarte bei der zuständigen Ausländerbehörde des Arbeitsortes beantragen. 

Für den Antrag benötigen Sie 

Ihre Aufenthaltsgenehmigung

Einen gültigen Reisepass

Ein offizielles Arbeitsangebot, den Arbeitsvertrag oder einen Businessplan

Wenn Sie mit einem Staatsangehörigen der EU verheiratet sind, erhalten Sie die Grenzgängerkarte unabhängig von der Art Ihrer Beschäftigung. 

Sind Sie ledig oder mit einem Drittstaatsangehörigen verheiratet, so wird die Qualifikation Ihrer Beschäftigung geprüft. Die Grenzgängerkarte wird Ihnen in diesem Fall nur ausgestellt, wenn Ihre Beschäftigung als qualifiziert eingestuft ist. Sind Sie selbstständig, so wird die aktuelle Marktlage in Bezug auf Ihren Businessplan geprüft.

Die Gültigkeit der Grenzgängerkarte richtet sich nach der Dauer des Arbeitsverhältnisses bzw. der Gültigkeit Ihres Aufenthaltstitels. Verlängert sich das Arbeitsverhältnis oder die Gültigkeit des Aufenthaltstitels, muss die Grenzgängerkarte neu beantragt werden. 

Beachten Sie: Die französische Lebenspartnerschaft PACS wird in Deutschland nicht anerkannt. Sind Sie mit Ihrem Partner in einer PACS Beziehung, so gelten Sie in Deutschland als ledig.

Für weitere Aufenthaltsrechtliche Fragen (z.B. Daueraufenthalt EG) ist Ihre Ausländerbehörde und die deutsche Botschaft in Ihrem Wohnstaat der richtige Ansprechpartner.

Wenn Sie eine deutsche Aufenthaltserlaubnis haben und in Frankreich arbeiten möchten, benötigen Sie eine Arbeitserlaubnis (Autorisation de travail) von der für Ihren Arbeitsort zuständigen DIRECCTE (regionale Verwaltungsbehörde für Unternehmen, Wettbewerb, Verbraucher, Arbeitsaufsicht und Beschäftigungspolitik). Diese muss von Ihrem zukünftigen Arbeitgeber beantragt werden. Die einzureichenden Unterlagen sind vom Arbeitsvertrag abhängig. In jedem Fall benötigt der Arbeitgeber für den Antrag

Einen Nachweis über Ihren Wohnsitz

Eine Kopie Ihrer Aufenthaltserlaubnis und Ihres Reisepasses

Eine Kopie des Arbeitsvertrages

Die Autorisation de travail wird jeweils für ein Jahr ausgestellt und muss danach erneuert werden. 

Beachten Sie: Wenn Sie selbstständig sind, müssen Sie sich an die für Ihren Arbeitsort zuständige Präfektur wenden.


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Ich wohne in Deutschland, arbeite in Deutschland und werde in die Schweiz umziehen. Meine Erwerbstätigkeit in Deutschland werde ich aber weiterführen. Wie werden meine deutschen Einkünfte besteuert?
INFOBEST-Antwort:

In dieser Konstellation unterliegen Sie der sog. Wegzügebesteuerung (Art. 4 IV DBA D/CH).

Als Grenzgänger im Sinne des Artikel 15 a DBA D/CH sind Sie ab dem Zuzug in die Schweiz für die in Deutschland erzielten Erwerbseinkünfte in der Schweiz normal steuerpflichtig. Der deutsche Arbeitgeber führt 4,5 % Quellensteuer ab, die restlichen Einkünfte werden in der Schweiz versteuert.

Allerdings unterliegen Sie auch der innerstaatlichen, deutschen Wegzugsbesteuerung(Art. 4 IV DBA D/CH). Das heißt, dass Sie in der Wegzugsphase von max. 6 Jahren die normale, schweizerische Einkommenssteuer bezahlen, zusätzlich jedoch noch die Differenz zwischen der in der Regel tieferen schweizerischen Steuer zur höheren deutschen Steuer; de facto erfolgt durch Deutschland also eine „Hochschleusung“ auf das deutsche Steuerniveau.

Eine Doppelbesteuerung während dieses Zeitraums findet nicht statt, da das deutsche Finanzamt die schweizerische Steuer anrechnet bzw. erstattet.

Hinweis: Da die zuständigen Finanzämter wissen, dass durch die Anrechnung der schweizerischen Steuer ein Großteil der deutschen Lohnsteuer wieder erstattet werden muss, kann in vielen Fällen vereinbart werden, dass nicht mehr die volle deutsche Lohnsteuer, sondern nur eine bereits reduzierte Steuer einbehalten wird. 


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Wo kann ich mich als Grenzgänger von der Schweiz nach Frankreich ärztlich behandeln lassen?
INFOBEST-Antwort:

Als Grenzgänger von der Schweiz nach Frankreich unterstehen Sie dem französischen Sozialversicherungsrecht, wenn Sie Ihren tatsächlichen Arbeitsort ausschließlich in Frankreich haben. Dies hat zur Folge, dass Sie sich zwingend in Frankreich krankenversichern müssen. 

Bei der Inanspruchnahme von Leistungen wird zwischen Sachleistungen und Geldleistungen unterschieden:

Sachleistungen: Zu den Sachleistungen gehören Leistungen wie ärztliche Behandlungen und Vorsorgeuntersuchungen, verschreibungspflichtige Medikamente, Krankenhaus- und Rehabilitationsaufenthalte sowie häusliche Krankenpflege.

Geldleistungen: Zu den Geldleistungen gehören Leistungen wie das Mutterschaftsgeld und Krankengeld.

Sachleistungen können Sie als Grenzgänger grundsätzlich sowohl im Beschäftigungs-, als auch im Wohnland beanspruchen, das heißt, Sie können sich das Land, in dem Sie sich ärztlich behandeln lassen wollen, aussuchen. Hierzu müssen Sie sich von Ihrer französischen Krankenkasse das Formular S 1 (ehemals E 106) ausstellen lassen und können sich damit dann bei der Gemeinsamen Einrichtung KVG (www.kvg.org) melden. Diese nimmt für die ganze Schweiz die Anspruchsprüfung vor und koordiniert die Abrechnung der Behandlungskosten sowie die Weiterverrechnung an die zuständige Krankenversicherung im Ausland. 

Geldleistungen können Sie nur von Ihrer französischen Krankenversicherung beanspruchen.


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Ich bin nach Frankreich gezogen. Darf ich meinen deutschen Führerschein in Frankreich behalten?
INFOBEST-Antwort:

Besitzen Sie einen Führerschein aus einem Mitgliedstaat der Europäischen Union oder Vertragsstaat des Abkommens über den Europäischen Wirtschaftsraum, so ist dieser auch bei einer Wohnsitznahme in Deutschland grundsätzlich bis zum Ablauf seiner Geltungsdauer weiter gültig. Allerdings gibt es Einschränkungen bezüglich der Geltungsdauer einer Fahrerlaubnis bei folgenden Klassen: C, C1, CE, C1E, D, D1, DE und D1E.


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Ich arbeite in der Schweiz. Ich werde in die Schweiz umziehen. Hat der Umzug Auswirkungen auf meine Krankenversicherung?
INFOBEST-Antwort:

Wenn Sie Ihren tatsächlichen Arbeitsort ausschließlich in der Schweiz haben, dann unterstehen Sie dem schweizerischen Sozialversicherungsrecht, mit der Folge, dass Sie sich zwingend in der Schweiz krankenversichern müssen. Ihr Umzug ändert daran zunächst nichts, wobei Sie Ihre Adressänderung selbstverständlich Ihrer Krankenversicherung mitteilen sollten. 

Allerdings bedeutet der Umzug in die Schweiz den Verlust des Grenzgänger-Status: Sie leben und arbeiten in der Schweiz und sind damit kein Grenzgänger im sozialversicherungsrechtlichen Sinn mehr. Daher ist es nicht mehr ohne weiteres möglich sich in einem anderen Land behandeln zu lassen. Vor einer etwaigen Behandlung im Ausland sollten Sie daher mit Ihrer Krankenkasse Rücksprache halten.


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