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Hinterbliebenenrente in Deutschland

Witwen, Witwer und Partner einer eingetragenen Lebensgemeinschaft erhalten eine Hinterbliebenenrente, wenn der Verstorbene schon eine Rente bezog oder die allgemeine Wartezeit von 5 Jahren erfüllt hat, beziehungsweise diese als erfüllt galt. Man unterscheidet zwischen der kleinen- und der großen Witwenrente:

  • Die kleine Witwenrente kann vom hinterbliebenen Ehegatten oder Lebenspartner vor seinem 45. Lebensjahr beantragt werden, wenn er nicht als erwerbsgemindert gilt und kein Kind erziehen muss. Sie beträgt in der Regel 25% der Rente, auf die der Verstorbene zum Zeitpunkt seines Todes Anrecht gehabt hätte und ist normalerweise auf zwei Jahre begrenzt.

  • Die große Witwenrente kann nach Vollendung des 45. Lebensjahres, bei Erwerbsminderung oder Kindererziehung beantragt werden. Sie beträgt in der Regel 55% der Rente, auf die der Verstorbene zum Zeitpunkt seines Todes Anrecht gehabt hätte.

Eigenes Einkommen der Witwe/des Witwers wird teilweise angerechnet, wenn ein bestimmter Freibetrag überschritten wird. Bei Wiederheirat des Hinterbliebenen fällt die Rente weg; allerdings kann dieser gegebenenfalls eine Abfindung beantragen.

Rente an einen geschiedenen Ehegatten wird bei vor dem 01.07.1977 geschiedenen Ehen gezahlt, wenn der Verstorbene vor seinem Tod Unterhalt gezahlt hat oder dazu verpflichtet war. Bei Scheidungen nach dem 30.06.1977 wird ein sogenannter Versorgungsausgleich durchgeführt. Wenn geschiedene Ehegatten oder frühere Lebenspartner ein Kind erziehen, können diese unter bestimmten Voraussetzungen auch eine Erziehungsrente beantragen.

Für geschiedene Ehegatten, die vor dem Tod des Versicherten wieder geheiratet haben, besteht unter Umständen Anspruch auf eine Witwenrente nach dem vorletzten Ehegatten.

Beachten Sie:

Da die Voraussetzungen für diese unterschiedlichen Rentenarten sehr umfassend sind, ist es hilfreich, sich von einem Vertreter der Deutschen Rentenversicherung (DRV) beraten zu lassen. Die INFOBESTen bieten mehrmals im Jahr solche Sprechtage an (Hier geht's zum Kalender)

Waisenrenten

Waisenrenten erhalten nach dem Tod eines Versicherten dessen Kinder grundsätzlich bis zur Vollendung des 18. Lebensjahrs. In manchen Situationen ist es jedoch möglich, die Waisenrente bis zur Vollendung des 27. Lebensjahrs zu verlängern. Zu diesen Situationen gehören zum Beispiel eine Behinderung, eine Ausbildung oder ein freiwilliges soziales Jahr.

Bei Verlust eines einzigen Elternteils besteht Anspruch auf eine Halbwaisenrente. Diese beträgt 10 % der Rente, die der Verstorbene erhalten hätte. Sind beide Eltern gestorben, so besteht Anspruch auf eine Vollwaisenrente. In diesem Fall werden 20 % der Renten, die die Verstorbenen erhalten hätte, gezahlt. Darüber hinaus können individuelle Zuschläge berechnet werden. Ist die Waise volljährig, wird ihr eigenes Einkommen (z.B.: Gehalt,..) auf die Waisenrente angerechnet.

Zuletzt geändert am 18.12.2015