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Mutterschaft

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Mutterschutz in der Schweiz

Die Bestimmungen zum Schutz der Arbeitnehmerin bei Schwangerschaft und Mutterschaft sind in mehreren Texten geregelt:

  • im Arbeitsgesetz (ArG) und in der Mutterschutzverordnung

  • im Obligationenrecht (OR > Arbeitsvertrag)

  • im Erwerbsersatzgesetz (EOG).

Zahlreiche Tarifverträge (es gibt mehr als 1000) sehen zusätzliche Leistungen vor.

Informationen hierzu finden Sie im Merkblatt "Mutterschaft - Schutz der Arbeitnehmerinnen" des Staatssekretariats für Wirtschaft SECO, hier herunterzuladen.

Geltungsbereich des Mutterschutzes

Alle erwerbstätigen Mütter (Angestellte, Selbständigerwerbende, Arbeitslose und Frauen, die im Unternehmen Ihres Ehemannes oder eines Angehörigen mitarbeiten und einen Lohn beziehen) haben Anrecht auf einen bezahlten Mutterschaftsurlaub. Ein Vaterschaftsurlaub oder eine Elternzeit sind aber in keinem Bundesgesetz geregelt.

Dauer des Mutterschaftsurlaubs

Der Mutterschaftsurlaub beginnt mit der Geburt des Kindes und endet 98 Tage (14 Wochen) nach seinem Beginn. Vollzeit- wie Teilzeitangestellte haben Anspruch darauf. Beginnt eine Frau früher wieder zu arbeiten, verfällt der Anspruch.

Bezüge während des Mutterschaftsurlaubs

Erwerbstätigen Frauen steht während höchstens 14 Wochen nach der Geburt eines Kindes ein Ersatz von 80% des vorherigen Lohnes zu. (Art. 16e EOG) - maximal CHF 172 pro Tag. (Art. 16f EOG)
Zahlreiche Unternehmen in der Schweiz erbringen Leistungen, welche die gesetzlichen Mindestvorschriften teilweise übersteigen. In vielen Gesamtarbeitsverträgen/Tarifverträgen werden ebenfalls über das Gesetz hinausgehende Leistungen vorgeschrieben.


Beschäftigungsverbot:

Bis zu acht Wochen nach der Geburt besteht ein absolutes Beschäftigungsverbot. Nur wenn die Frauen ihr Einverständnis geben, können sie zwischen der 8. und 16. Woche nach der Geburt beschäftigt werden. (Art. 35a Abs. 3 ArG)

Mitteilungspflicht an den Arbeitgeber

Im Hinblick auf die Einforderung der Rechte und Ansprüche der Schwangeren und der Mütter nach der Niederkunft muss die Arbeitnehmerin den Arbeitgeber über ihren Zustand mit einem Arztzeugnis informieren. Bei Unterlassung dieser Information kann der Arbeitgeber nicht für deswegen entgangene Ansprüche verantwortlich gemacht werden. Insbesondere für Lohnersatzleistungen und für die Gewährleistung von Schutzmaßnahmen am Arbeitsplatz ist der Arbeitgeber frühzeitig zu informieren.

Besondere Rechte während der Schwangerschaft: Kündigungsschutz

Eine Kündigung durch den Arbeitgeber ist nach Ablauf der Probezeit während der Schwangerschaft und in den ersten 16 Wochen nach der Niederkunft grundsätzlich nicht möglich (Kündigungsverbot siehe Art. 336c OR).
Eine Eigenkündigung ist jederzeit möglich unter Einhaltung der Kündigungsfrist.

Besondere Rechte während der Schwangerschaft: Gesundheitsschutz

Schwangere Frauen und stillende Mütter haben besondere Bedürfnisse. Das ungeborene Kind der arbeitenden Mutter bedarf besonderer Schutzmaßnahmen.

Die tägliche Arbeitszeit wird auf neun Stunden pro Tag begrenzt, und es herrscht ab der achten Woche vor der Niederkunft ein Nachtarbeitsverbot. Ein Schutz besteht auch vor beschwerlichen oder gefährlichen Arbeiten und gesundheitsschädigenden Stoffen etc.

Eine schwangere Frau muss sich schonen, um die Gesundheit ihres Kindes zu schützen. Nach der Geburt des Kindes braucht sie zudem Zeit, um sich auszuruhen, ihr neues Leben zu organisieren und um ihr Kind zu stillen. Zudem existieren Arbeitsbedingungen, die für die schwangere Frau besonders schädlich sind, sie darf z.B. auf keinen Fall Stoffen ausgesetzt werden, die Missbildungen des Fötus auslösen könnten. 

Weitere Informationen:

Lohnfortzahlung bei Krankheit nach der Niederkunft

Es gelten die identischen Regeln wie bei allen anderen Krankheitsfällen. Die entsprechenden Angaben finden Sie in der Rubrik „Gesundheit“ (vgl. hier).

Zuletzt geändert am 19.07.2018