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Deutsche Rente

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Renten

Altersrenten werden in Europa jeweils von demjenigen Staat ausgerichtet, in dem die entsprechenden Beitragszeiten geleistet wurden. Wenn Beitragszeiten in mehreren Staaten geleistet wurden, entstehen daraus mehrere Rentenansprüche, die Rentner erhalten also aus jedem Land, in welchem Beiträge geleistet wurden, eine anteilige Rente, entsprechend der national geltenden gesetzlichen Regeln.

Vorbemerkung: Aufgrund der Tatsache, dass die hier einschlägigen gesetzlichen Regeln für die EU/EWR-Länder und die Schweiz identisch sind, wird in der Folge für diese Ländergruppe der Sammelbegriff „Mitgliedstaat(en)“ verwendet.

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Zuletzt geändert am 10.08.2016

Altersrente in Deutschland

Die Altersversorgung aus der gesetzlichen Sozialversicherung wird von der Deutschen Rentenversicherung getragen. In ihr sind grundsätzlich alle Arbeitnehmer versichert; für Beamte und Selbständige gelten andere Vorsorgesysteme. Eine allgemeine gesetzliche Zusatzversorgung existiert nicht. Einzelne Tarifverträge oder Arbeitsverträge können jedoch eine betriebliche Zusatzversorgung vorsehen. Die private Altersvorsorge wird durch steuerliche Anreize, wie zum Beispiel die Riester-Rente, gefördert.

Beachten Sie:

INFOBEST beschäftigt sich lediglich mit der gesetzlichen Rentenversicherung.

Voraussetzungen für den Anspruch auf eine Regelaltersrente in Deutschland sind:

  • Eine Mindestversicherungszeit (Wartezeit) von 5 Jahren in der EU; darunter fallen auch Ersatzzeiten wie Mutterschutz oder Arbeitslosigkeit. Für die fünfjährige Wartezeit werden alle Beitragszeiten berücksichtigt, die Sie in einem Mitgliedstaat zurückgelegt haben.

  • Davon eine deutsche Versicherungszeit von mindestens einem Jahr.

  • Das Erreichen des Renteneintrittsalters.

Die Regelaltersgrenze zum Erhalt einer Rente wurde stufenweise von 65 auf 67 Jahre je nach Geburtsjahr angehoben (siehe Tabelle). Manchmal ist es jedoch möglich, bereits früher seine Altersrente zu beantragen, wenn Abschläge in Kauf genommen werden.

Außerdem ist es in folgende Fälle möglich abschlagsfrei früher die Rente zu nehmen:

  • Schwerbehinderungsgrad von 50

  • langjährig unter Tage beschäftigte Personen

  • Arbeitslosigkeit vor der Rente (für Personen die bis 1952 geboren sind)

  • besonders langjährige Versicherte (mind. 45 Jahre Beitragszeit insgesamt)

Der Abschlag beträgt 0,3% pro Monat vor dem festgeschriebenen Alter dem man die Rente nimmt.

Beispiel: Eine Versicherte ist in 1955 geboren. Er müsste also bis 65 Jahre und 9 Monate warten um seine Rente abschlagsfrei nehmen zu können. Er entscheidet sich mit 65 Jahre, also 9 Monate früher seine Rente zu nehmen. Der Abschlag beträgt dann 2,7% (9x 0,3%) und dies für immer.

Berechnung der Rente:

Die Berechnungsformel ist Folgende:  EP x ZF x RAF x AR = Monatliche Brutto Rente

EP: Entgeltpunkte

ZF: Zugangsfaktor

RAF: Rentenartfaktor

AR: Aktueller Rentenwert

Die Ermittlung dieser Zahlen ist ziemlich komplex. Die INFOBESTen raten eine Rentenauskunft schriftlich bei der Deutschen Rentenversicherung zu beantragen.

Anhebung der Rentenaltersgrenzen in Deutschland

Zuletzt geändert am 03.08.2016

Hinterbliebenenrente in Deutschland

Witwen, Witwer und Partner einer eingetragenen Lebensgemeinschaft erhalten eine Hinterbliebenenrente, wenn der Verstorbene schon eine Rente bezog oder die allgemeine Wartezeit von 5 Jahren erfüllt hat, beziehungsweise diese als erfüllt galt. Man unterscheidet zwischen der kleinen- und der großen Witwenrente:

  • Die kleine Witwenrente kann vom hinterbliebenen Ehegatten oder Lebenspartner vor seinem 45. Lebensjahr beantragt werden, wenn er nicht als erwerbsgemindert gilt und kein Kind erziehen muss. Sie beträgt in der Regel 25% der Rente, auf die der Verstorbene zum Zeitpunkt seines Todes Anrecht gehabt hätte und ist normalerweise auf zwei Jahre begrenzt.

  • Die große Witwenrente kann nach Vollendung des 45. Lebensjahres, bei Erwerbsminderung oder Kindererziehung beantragt werden. Sie beträgt in der Regel 55% der Rente, auf die der Verstorbene zum Zeitpunkt seines Todes Anrecht gehabt hätte.

Eigenes Einkommen der Witwe/des Witwers wird teilweise angerechnet, wenn ein bestimmter Freibetrag überschritten wird. Bei Wiederheirat des Hinterbliebenen fällt die Rente weg; allerdings kann dieser gegebenenfalls eine Abfindung beantragen.

Rente an einen geschiedenen Ehegatten wird bei vor dem 01.07.1977 geschiedenen Ehen gezahlt, wenn der Verstorbene vor seinem Tod Unterhalt gezahlt hat oder dazu verpflichtet war. Bei Scheidungen nach dem 30.06.1977 wird ein sogenannter Versorgungsausgleich durchgeführt. Wenn geschiedene Ehegatten oder frühere Lebenspartner ein Kind erziehen, können diese unter bestimmten Voraussetzungen auch eine Erziehungsrente beantragen.

Für geschiedene Ehegatten, die vor dem Tod des Versicherten wieder geheiratet haben, besteht unter Umständen Anspruch auf eine Witwenrente nach dem vorletzten Ehegatten.

Beachten Sie:

Da die Voraussetzungen für diese unterschiedlichen Rentenarten sehr umfassend sind, ist es hilfreich, sich von einem Vertreter der Deutschen Rentenversicherung (DRV) beraten zu lassen. Die INFOBESTen bieten mehrmals im Jahr solche Sprechtage an (Hier geht's zum Kalender)

Waisenrenten

Waisenrenten erhalten nach dem Tod eines Versicherten dessen Kinder grundsätzlich bis zur Vollendung des 18. Lebensjahrs. In manchen Situationen ist es jedoch möglich, die Waisenrente bis zur Vollendung des 27. Lebensjahrs zu verlängern. Zu diesen Situationen gehören zum Beispiel eine Behinderung, eine Ausbildung oder ein freiwilliges soziales Jahr.

Bei Verlust eines einzigen Elternteils besteht Anspruch auf eine Halbwaisenrente. Diese beträgt 10 % der Rente, die der Verstorbene erhalten hätte. Sind beide Eltern gestorben, so besteht Anspruch auf eine Vollwaisenrente. In diesem Fall werden 20 % der Renten, die die Verstorbenen erhalten hätte, gezahlt. Darüber hinaus können individuelle Zuschläge berechnet werden. Ist die Waise volljährig, wird ihr eigenes Einkommen (z.B.: Gehalt,..) auf die Waisenrente angerechnet.

Zuletzt geändert am 18.12.2015