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Familienleistungen/ Elternzeit/ Mutterschutz

Familienleistungen sind zum einen Zuschüsse, die Familien erhalten, bis die Kinder selbst für ihren Unterhalt (z.B. Kindergeld) sorgen können. Zum anderen gehören zu den Familienleistungen aber auch Leistungen, die in den ersten Lebensjahren des Kindes gewährt werden, wenn ein Elternteil nicht voll erwerbstätig ist und sich stattdessen der Kinderbetreuung widmet (Elterngeld, Betreuungsgeld). In Deutschland, Frankreich und in den Kantonen der Nordwestschweiz werden unterschiedliche Leistungen entsprechend der jeweiligen nationalen (bzw. kantonalen in der Schweiz) Regelungen gezahlt.

Mehr zum Thema:

Zuletzt geändert am 03.08.2016

Familienleistungen

Wenn Sie nach Deutschland umziehen, müssen Sie die Kassen, von denen Sie Familienleistungen erhalten, darüber informieren. Grundsätzlich haben Sie Anspruch auf Familienleistungen in einem Land, wenn Sie dort arbeiten oder wenn Sie dort wohnen. Wenn mehrere Ansprüche zusammenkommen (Sie arbeiten in Frankreich und wohnen in Deutschland), entscheidet die Vorrangregelung, welches Land vorrangig Familienleistungen auszahlt und welches Land eventuell einen Differenzbetrag zahlt.

Weitere Informationen finden Sie in unserer Rubrik „Sozialversicherung“.

Zuletzt geändert am 02.08.2018

Vorrangiges Land für Grenzgänger

Grundregel, EU-Bestimmungen

Wer in Europa in einem Land wohnt und in einem anderen Land arbeitet, hat im Prinzip zunächst im Beschäftigungsland und unter Umständen auch im Wohnsitzland Anspruch auf Familienleistungen. Das bedeutet aber nicht, dass die Familienleistungen doppelt ausbezahlt werden, denn das EU-Recht sieht entsprechende Regelungen vor, die genau festlegen, welche Ansprüche wo entstehen (EU-Richtlinie 883/2004). Dabei hängt es von der beruflichen Situation der einzelnen Familienmitglieder ab, welches Land vorrangig ist und die inländischen Leistungen in voller Höhe auszahlt und welches Land gegebenenfalls einen Unterschiedsbetrag oder eine Differenzzulage zahlt, falls hier die inländischen Leistungen höher sein sollten.

Als Grenzgänger haben Sie grundsätzlich in dem Land, in dem Sie beschäftigt sind, Anspruch auf Familienleistungen. In Ihrem Wohnland können je nach Familiensituation und Tätigkeit des anderen Elternteils ebenfalls Ansprüche bestehen. Die EU-Verordnung 883/04 (Kapitel 8) legt fest, welches Land vorrangig ist, d.h. „zuerst“ seine nationalen Leistungen in voller Höhe zahlt, und welches Land dann noch etwas dazuzahlt, falls hier die nationalen Leistungen höher sein sollten (sog. Differenz- oder Unterschiedsbetrag). Wie in anderen sozialversicherungsrechtlichen Bereichen gelten die entsprechenden Koordinationsregeln auch im Verhältnis zur Schweiz.

Der zwischenstaatliche Anspruch auf Familienleistungen richtet sich in erster Linie nach dem Beschäftigungsland: das Land, in dem eine Person arbeitet, ist grundsätzlich vorrangig bei der Auszahlung von Familienleistungen. Bei Paaren wird erst dann das Wohnland vorrangig, wenn ein Elternteil im Wohnland arbeitet oder dort Leistungen wegen Arbeitslosigkeit bezieht (Prinzip: Wohnland der Kinder).

Als grobe Faustregel gilt: das Beschäftigungsverhältnis bestimmt die Vorrangigkeit.

Die folgende Übersicht (Überblickstabelle: Welches Land zahlt in welchem Fall die Familienleistung?) verdeutlicht die Vorrangigkeitsregelung in Abhängigkeit von verschiedenen Arbeits- und Wohnsituationen.

Vorrangigkeitsregeln nach Berufstätigkeit der Eltern

Wenn nur ein Elternteil berufstätig ist

Bei nur einem Beschäftigungsverhältnis ist das Beschäftigungsland vorrangig und zahlt in diesem Fall zunächst die vollen Familienleistungen. Das Wohnsitzland der Familie zahlt unter Umständen einen Unterschiedsbetrag.

Beispiel: Die Familie (zwei Kinder, 3 und 5 Jahre alt) wohnt in Deutschland. Der Vater arbeitet in Frankreich, die Mutter ist Hausfrau. Frankreich (vorrangig) zahlt die Allocations familiales aus und Deutschland zahlt den Unterschiedsbetrag zur den dort zustehenden Allocations familiales aus.

Wenn beide Elternteile berufstätig sind

Wenn beide Eltern berufstätig sind, muss danach unterschieden werden, ob im Wohnland der Familie auch eine Beschäftigung ausgeübt wird oder nicht.

  • Wenn beide Eltern berufstätig sind und ein Elternteil im Wohnland der Familienangehörigen arbeitet: Sind beide Elternteile berufstätig und arbeitet ein Elternteil im Wohnland der Kinder, so ist dieses Beschäftigungsverhältnis ausschlaggebend und damit das Wohnsitzland vorrangig. Wenn das Wohnsitzland vorrangig ist, zahlt dieses zunächst die vollen inländischen Leistungen. Das Beschäftigungsland des anderen Elternteils zahlt eine so genannte Differenzzulage bzw. Unterschiedsbetrag.

    Beispiel: Die Familie (zwei Kinder) wohnt in Frankreich, der Vater arbeitet in Deutschland, die Mutter in Frankreich. Frankreich (vorrangig) zahlt die Allocations familiales in voller Höhe, Deutschland zahlt die Differenz zum den allocations familiales Kindergeld aus.
  • Wenn beide Elternteile im Ausland arbeiten:

    Wenn beide Elternteile im (gleichen) Ausland arbeiten, ist das Beschäftigungsland vorrangig.

    Wenn beide Elternteile im Ausland und dabei jeweils in einem anderen Land arbeiten, ist das Land vorrangig, das die höheren Familienleistungen zahlt. Das andere Beschäftigungsland erstattet dem vorrangigen Träger die Hälfte der ausbezahlten Familienleistungen.

    Beispiel: Die Familie wohnt in Frankreich, der Vater arbeitet in der Schweiz, die Mutter in Deutschland. Deutschland zahlt die Familienleistungen aus und die Schweiz erstattet dem deutschen Träger die Hälfte. Gegebenenfalls zahlt Frankreich an die Familie einen Unterschiedsbetrag.

Nicht verheiratete, getrennt lebende oder geschiedene Eltern

Auch bei nicht-verheirateten, getrennten oder geschiedenen Eltern wird der Arbeitsort des anderen Elternteils für die Bestimmung der Vorrangigkeit herangezogen. Es ist dabei unerheblich, ob die Eltern getrennt oder geschieden sind bzw. ob Unterhaltsansprüche bestehen oder wer das Sorgerecht für die Kinder hat.

Alleinerziehende/alleinstehende Eltern

Allein erziehende/Alleinstehende mit Kind (der andere Elternteil ist verstorben oder nicht bekannt), die im Ausland arbeiten, werden entsprechend der EU-Regelung wie Eltern behandelt, bei denen beide Elternteile ein ausländisches Arbeitsverhältnis haben.

Zuletzt geändert am 18.12.2015

Familienleistungen

Antrag auf Familienleistungen

Als Grenzgänger müssen Sie in der Regel sowohl im Wohnland als auch im Beschäftigungsland einen Antrag stellen.

Die benötigten Formulare

Um Familienleistungen sowohl im Beschäftigungsland als auch im Wohnsitzland zu erhalten, muss in beiden Ländern ein Antrag gestellt werden. Sie sollten zunächst klären, welches Land in Ihrem Fall vorrangig ist und dort ein Antrag stellen.
In dem Land, in dem Sie eine Differenzzulage oder einen Unterschiedsbeitrag zu den Familienzulagen beantragen, müssen Sie zusätzlich zum Antrag noch das Formular E 411, das Sie von den Familienkassen erhalten, und eine Familienstandbescheinigung einreichen.

  • Auf dem Formular E 411 bestätigt Ihnen vorab die vorrangige Familienkasse die Höhe der an Sie ausbezahlten Leistungen.

  • Auf der Familienstandbescheinigung bestätigt Ihnen die Gemeinde, dass die Kinder, für die Sie Familienleistungen beantragen, dort gemeldet sind.

Formulare für den Kindergeld Antrag:

  • Antrag auf Kindergeld

  • Anlage Kind (eine Anlage pro Kind)

  • Anlage Ausland (bei Erwerbstätigkeit oder Beschäftigung im Ausland)

  • Familienstandbescheinigung

  • E 411

Die Formulare sind hier online zu finden.

Formulare für die französischen allocations familiales

  • Antrag (Cerfa Nr. 11423*06 ) Déclaration de situation pour les prestations familiales ou aide au logement erhältlich HIER.

Online stehen keine Formulare für die schweizerischen Familienleistungen zur Verfügung. Arbeitnehmende, die Familienleistungen beziehen möchten, stellen einen Antrag bei ihren Arbeitgebenden, welche diesen an die zuständige Familienausgleichskasse weiterleiten. Alle anderen (z.B. Nichterwerbstätige) wenden sich direkt an die zuständige Ausgleichskasse.

Beachten Sie:

Veränderungen der persönlichen Situation (Arbeitslosigkeit, Geburt eines weiteren Kindes, Arbeitsaufnahme oder Beschäftigungsbeendigung, Wohnortwechsel usw.) sollten den Familienkassen umgehend mitgeteilt werden, damit diese die sich daraus ergebenden neuen Ansprüche berechnen können. So kann eine eventuell fällige Rückzahlung von zu viel bezogenen Leistungen vermieden werden.

Zuletzt geändert am 10.08.2018

Fristen

In Frankreich sollten Sie bereits innerhalb der ersten 14 Wochen der Schwangerschaft Ihre Schwangerschaft durch ein ärztliches Attest der Caisse d’Allocations familiales signalisieren, damit Sie Anspruch auf die Geburtsprämie (prime de naissance) geltend machen können.
In Deutschland und der Schweiz können Sie alle Familienleistungen erst nach der Geburt des Kindes beantragen.

Zuständige Stellen

In Frankreich:

  • In Frankreich wird der Antrag auf Familienleistungen bei der Caisse d'Allocations Familiales (CAF; französische Familienkasse) gestellt. Liegt der Wohnort in Frankreich, muss man sich an die örtliche CAF wenden. Liegt der Wohnort nicht in Frankreich, so ist die CAF du Bas-Rhin für Anträge aus Deutschland und die CAF du Haut-Rhin für Anträge aus der Schweiz zuständig.

In Deutschland:

  • In Deutschland wird der Antrag auf Kindergeld bei der Familienkasse gestellt.
    Die Familienkasse Offenburg ist für deutsch-französische Fälle zuständig und die Familienkasse Lörrach für deutsch-schweizerische Fälle

In der Schweiz:

  • Arbeitnehmende, die Familienleistungen beziehen möchten, stellen einen Antrag bei ihren Arbeitgebenden, welche diesen an die zuständige Familienausgleichskasse weiterleiten. Alle anderen (z.B. Nichterwerbstätige) wenden sich direkt an die zuständige Ausgleichskasse.

Ausnahmen

  • Für Angehörige der in Deutschland stationierten französischen Streitkräfte und deren Familienangehörige gilt in der Regel das NATO-Truppenstatut; Ehepartner der Angehörigen der Truppe oder deren zivilen Gefolge Kindergeld gemäß Bundeskindergeldgesetz beantragen, und zwar bei der Familienkasse Offenburg.

  • Auch im Ausland lebende Bezieher einer deutschen Rente können ggf. aus Deutschland Kindergeld erhalten. Zuständig ist die Familienkasse Nürnberg.

Die Adressen finden Sie hier.

Zuletzt geändert am 18.12.2015

Familienleistungen in Deutschland

In Deutschland kann ab dem ersten Kind Kindergeld bezogen werden. Dies gilt auch für Stiefkinder, Pflegekinder, Enkel oder Geschwister, wenn sie im Haushalt des Antragstellenden leben.

Das Kindergeld wird einkommensunabhängig ausgezahlt. Es wird ab der Geburt bis zum 18. Lebensjahr ohne Berücksichtigung der Einkünfte des Kindes ausgezahlt.

Danach kann es bis zum

  • 21. Lebensjahr ausbezahlt werden, wenn das Kind arbeitslos ist;

  • 25. Lebensjahr des Kindes ausbezahlt werden, wenn es sich in Berufs- oder Schulausbildung befindet oder studiert sowie während Übergangszeiten zwischen Ausbildungsabschnitten oder wenn ein freiwilliges ökologisches oder soziales Jahr absolviert wird.

Ab dem 18. Lebensjahr werden eventuelle Einkünfte des Kindes berücksichtigt. Es ist nicht mehr die Summe der Einkünfte die zählt sondern die Art der Einkünfte. Manche Einkommensarten sind für Kindergeld „schädlich“ (z.B: Gehalt).

Behinderte Kinder, die aufgrund ihrer Behinderung nicht für Ihren Unterhalt aufkommen können, bekommen Kindergeld ohne Altersbegrenzung.

Leistungshöhe: Das Kindergeld beträgt 192 € pro Monat und Kind, für das dritte Kind 198 € pro Monat und ab dem 4. Kind monatlich 223 €.

Zuletzt geändert am 24.03.2017

Familienleistungen in Frankreich

In Frankreich gibt es verschiedene Leistungen.

Prestation d’Accueil du Jeune Enfant (PAJE) (Familienleistung bei Geburt eines Kindes):

Die PAJE (eine Leistung der französischen Familienkasse CAF) beinhaltet verschiedene Leistungen:

  • Allocation de base: Diese Grundbeihilfe ist für die Erziehungs- und Unterhaltskosten eines Kindes in den ersten drei Lebensjahren vorgesehen. Sie beträgt 184,62 €/Monat; die Auszahlung ist einkommensabhängig.

  • PreParE (Elterngeld): Beihilfe für die Zeit des Erziehungsurlaubs i.H.v. 145,63 € bis 390,52 €/Monat; sie richtet sich danach, inwieweit die Erwerbstätigkeit reduziert wurde, und nach dem Bezug der Allocation de base.

  • Complément de libre choix de mode de garde: Beihilfe für die außerhäusliche Betreuung des Kindes, wenn Ihr Kind von einer qualifizierte Tagesmutter, einem Verein, einer anerkannten privaten Kinderbetreuung oder in Ausnahmefällen in einer Krippe betreut wird.

 

Beachten Sie: Die Höhe der Leistungen ist bis zum 31. März 2016 gültig.

Prime à la naissance (Geburtsprämie für Personen, die in Frankreich wohnen.)

Um diesen „Geburtenzuschuss“ zu erhalten, muss man die französische Familienkasse (CAF) rechtzeitig über die Schwangerschaft informieren (innerhalb der ersten 14 Wochen der Schwangerschaft). Die Prime à la naissance ist eine Einmalzahlung in Höhe von 923,08 €.

Allocations familiales (ab 2 Kindern)

Die Leistungshöhe bestimmt sich nach Anzahl und Alter der Kinder und ist einkommensabhängig.

Zahl der Kinder

Summe

2 Kinder

129,35 €

3 Kinder

295,05 €

4 Kinder

460,77 €

jedes weitere Kind

165,72 €

Zudem gibt es Zuschläge für ältere Kinder und eine zusätzliche Pauschale für Familien mit mindestens 3 Kindern, wenn das älteste Kind 20 Jahre alt ist.

Allocation de rentrée scolaire (ARS) (Leistung für Schulbedarf)

Diese einkommensabhängige Leistung ist für Schulkinder zwischen 6 und 18 Jahren gedacht. Sie kann ab dem ersten Kind bezogen werden. Die Höhe liegt je nach Alter bei 362,63 € bis 395,90 € pro Jahr und pro Schulkind.

Complément familial

Diese Familienleistung ist einkommensabhängig und richtet sich an Eltern mit geringem Einkommen, die mindestens drei unterhaltsberechtigte Kinder im Alter zwischen 3 und 21 Jahren haben. Die Höhe beträgt zwischen 168,35 € und 202,05 € pro Monat.

Zuletzt geändert am 05.08.2016

Familienzulagen in der Schweiz

Seit dem 1. Januar 2009 ist das Bundesgesetz über die Familienzulagen (FamZG) in Kraft. Dieses gibt einen nationalen Rahmen vor, nach dem die Kantone ihre Gesetzgebung auszurichten haben. Ergänzend zu den Bundesregelungen gibt es somit in jedem Kanton eine Gesetzgebung über die Familienzulagen. Die Familienzulagen sind auch Gegenstand von Staatsverträgen und im Verhältnis zu den Staaten der EU und der EFTA sind die Koordinationsnormen der EU anwendbar.

Die Familienzulagen sollen die Kosten, die den Eltern durch den Unterhalt ihrer Kinder entstehen, teilweise ausgleichen. Sie umfassen Kinder- und Ausbildungszulagen sowie die von einzelnen Kantonen eingeführten Geburts- und Adoptionszulagen.
Seit 1. Januar 2013 sind alle Selbständigerwerbenden in der Schweiz obligatorisch dem FamZG unterstellt. Sie sind somit anspruchsberechtigt aber auch beitragspflichtig. Die Selbständigerwerbenden müssen sich im Kanton ihres Geschäftssitzes zwingend einer Familienausgleichskasse anschließen.
Für die Familienzulagen in der Landwirtschaft bleibt das Bundesgesetz über die Familienzulagen in der Landwirtschaft (FLG) als Spezialgesetz/Sonderregelung weiter bestehen.

Nach dem Bundesgesetz über die Familienzulagen werden in allen Kantonen mindestens die folgenden Zulagen pro Kind und Monat ausgerichtet:

  • eine Kinderzulage von 200 Franken für Kinder bis 16 Jahren

  • eine Ausbildungszulage von 250 Franken für Kinder von 16 bis 25 Jahren.

Hinweis: Die AHV-Ausgleichskassen und ihre Zweigstellen geben gerne Auskunft.

Für detaillierte Auskünfte und Fragen können Sie sich an Ihre AHV-Ausgleichskasse oder deren Zweigstellen wenden, die Sie gerne und kompetent beraten.

Weitere Informationen finden Sie in folgenden Dokumenten und Links:

Zuletzt geändert am 05.08.2016