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Arbeitslosigkeit

Angestellte zahlen im Allgemeinen in die gesetzliche Arbeitslosenversicherung ihres Beschäftigungslandes ein. Falls sie ihren Arbeitsplatz verlieren, erhalten sie von den jeweils für Arbeitslosengeld zuständigen Stellen entsprechend der national geltenden Bestimmungen die Leistungen aus der Arbeitslosenversicherung.

Für Grenzgänger, die in einem Mitgliedstaat arbeiten und in einem anderen wohnen (und dorthin mindestens einmal pro Woche zurückkehren), gelten bei vollständiger oder teilweiser Arbeitslosigkeit spezifische Regelungen.

Mehr zum Thema:

Zuletzt geändert am 09.10.2015

Grenzgänger in vollständiger Arbeitslosigkeit

Im Fall eines vollständigen Verlustes des Arbeitsplatzes, werden die Leistungen der Arbeitslosenversicherung dem Grenzgänger (unter der Voraussetzung, dass die Bedingungen erfüllt sind) von der zuständigen Stelle des Wohnlandes entsprechend der geltenden Gesetzlage ausbezahlt. Die Bedingungen, die erfüllt sein müssen, um das Arbeitslosengeld zu erhalten, die Vorgaben hinsichtlich Anmeldung und Betreuung sowie die Höhe und Dauer der Zahlungen hängen also vom nationalen Recht des Wohnlandes ab.

Die Gesetzeslage des Beschäftigungslandes wird hingegen nicht berücksichtigt. Der Grenzgänger muss sich lediglich bei den dort zuständigen Stellen das gemeinschaftliche Formular U1 (auch PDU1 genannt), besorgen, welches die Beschäftigungs- und somit Beitragszeiten im (ehemaligen) Beschäftigungsland bestätigt.

Wenn Sie in Deutschland gearbeitet haben, ist die Agentur für Arbeit dafür zuständig, das U1 auszustellen. Als Grundlage dient die vom ehemaligen Arbeitgeber erstellte Arbeitsbescheinigung für Zwecke des über- und zwischenstaatlichen Rechts und den Antrag auf PDU1. Sie können die Kontaktdaten der verschiedenen Agenturen für Arbeit hier suchen oder direkt unter 0800 4 5555 00 für Anrufe aus Deutschland oder unter 0049 911 1203 1010 für Anrufe aus dem Ausland anrufen.

Wenn Sie in Frankreich gearbeitet haben, ist die zuständige Stelle die Direccte (Direction régionale des entreprises, de la concurrence, de la consommation, du travail et de l’emploi, Regionaldirektion für Unternehmen, für Wettbewerb, für Konsum und für Arbeit), die für Ihren letzten Beschäftigungsort in Frankreich zuständig ist. Als Grundlage dient die vom ehemaligen Arbeitgeber erstellte Arbeitsbescheinigung (Attestation Pôle emploi), eine beidseitige Kopie des Personalausweises, eine Kopie der drei letzten Lohnbescheinigungen und ein Begleitschreiben mit der Adresse des Grenzgängers in Deutschland.

Sie finden die Adressen der verschiedenen Direccte hier.

Wenn Sie in der Schweiz gearbeitet haben, sind die Arbeitslosenkassen für das Ausstellen des PDU1 zuständig. Hatte die betroffene Person während ihrer letzten Tätigkeit keinen Wohn- oder Aufenthaltsort in der Schweiz, ist eine derjenigen Kassen zuständig, in deren Tätigkeitsgebiet der Betriebssitz des letzten Arbeitgebers oder der letzten Arbeitgeberin der betreffenden Person liegt. Als Grundlage dient die vom ehemaligen Arbeitgeber erstellte „Arbeitgeberbescheinigung international“.

Die für den Antrag notwendigen Formulare, sowie die Adressen sämtlicher Arbeitslosenkassen, finden Sie hier.

Detaillierte Informationen zur deutschen, französischen und schweizerischen Arbeitslosenregelung sind in den jeweiligen Unterkapiteln verfügbar.

Zuletzt geändert am 12.08.2016

Grenzgänger in teilweiser Arbeitslosigkeit/ Kurzarbeit

Als Kurzarbeit bezeichnet man die vorübergehende Reduzierung oder vollständige Einstellung der Arbeit in einem Betrieb. Um Arbeitsplätze zu erhalten, können Firmen die Arbeitszeit der Mitarbeitenden vorübergehend reduzieren oder ganz einstellen.

Im Falle der teilweisen Arbeitslosigkeit, können die Zahlungen aus der Arbeitslosenversicherung von der zuständigen Stelle des Beschäftigungslandes ausbezahlt werden. In diesem Fall kommt die gesetzliche Regelung des Beschäftigungslandes und nicht die des Wohnlandes (wie im Falle vollständiger Arbeitslosigkeit) zur Anwendung.

Wenn Sie in Deutschland als Grenzgänger beschäftigt sind, werden Sie als teilweise arbeitslos behandelt, wenn:

  • Sie aufgrund von schlechtem Wetter (zwischen dem 1. November und dem 31. März) zeitweise arbeitslos sind;
  • wenn Sie aufgrund einer technischen oder konjunkturellen Ursache, für die Ihre Firma nicht verantwortlich ist, zeitweise arbeitslos sind;
  • wenn Ihr Gehalt aufgrund der Insolvenz Ihres Arbeitsgebers nicht bezahlt wurde;
  • wenn Sie Langzeit erkrankt sind und Ihr Recht seitens der Krankenkasse ausgelaufen ist, Ihr Arbeitsvertrag mit dem deutschen Arbeitgeber aber weiterhin besteht;

Für diese Fälle kann die Agentur für Arbeit dem betroffenen Angestellten spezifische Leistungen zahlen. Ausführlichere Informationen finden Sie in den FAQs.

Wenn Sie in Frankreich als Grenzgänger beschäftigt sind, werden Sie als teilweise arbeitslos behandelt, wenn:

  • Sie aufgrund von schlechtem Wetter zeitweise arbeitslos sind;
  • wenn Sie aufgrund einer technischen oder konjunkturellen Ursache, für die Ihre Firma nicht verantwortlich ist und die zur Folge hat, dass Ihre Firma ihre Aktivität reduziert oder unterbrochen hat, zeitweise arbeitslos sind;

Für diese Fälle kann die Pôle emploi (französische Arbeitsagentur) spezifische Leistungen zahlen.
Ausführlichere Informationen finden Sie in den FAQs.

Wenn Sie in der Schweiz als Grenzgänger beschäftigt sind, gelten folgende Regelungen im Fall der Kurzarbeit:

  • Der Arbeitgeber, die Arbeitgeberin muss die geplante Kurzarbeit mindestens 10 Tage vor Beginn der Kurzarbeit beim Kanton schriftlich voranmelden. Als Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer müssen Sie selber nichts unternehmen. Der Kanton prüft, ob die Kurzarbeit rechtmäßig ist und ob sie tatsächlich dem Erhalt der Arbeitsplätze dient.
  • Die Arbeitgeberin oder der Arbeitgeber muss bei den Mitarbeitenden die schriftliche Zustimmung für die Kurzarbeit einholen. Sie haben das Recht, die Kurzarbeitsentschädigung abzulehnen. Der Arbeitgeberin bzw. der Arbeitgeber muss dann weiterhin den vollen Lohn auszahlen.

Ausführlichere Informationen finden Sie in den FAQs.

FAQ
1 Frage
zu diesem
Thema
Ich bin Grenzgänger und teilweise arbeitslos. Welche Leistungen erhalte ich und von wem?
INFOBEST-Antwort:

Im Falle der teilweisen Arbeitslosigkeit, können die Zahlungen aus der Arbeitslosenversicherung von der zuständigen Stelle des Beschäftigungslandes ausbezahlt werden. In diesem Fall kommt die gesetzliche Regelung des Beschäftigungslandes und nicht die des Wohnlandes (wie im Falle vollständiger Arbeitslosigkeit) zur Anwendung.

1. Wenn Sie in Deutschland als Grenzgänger beschäftigt sind, werden Sie als teilweise arbeitslos behandelt, wenn:

  • Sie aufgrund von schlechtem Wetter (zwischen dem 1. November und dem 31. März) zeitweise arbeitslos sind;
  • wenn Sie aufgrund einer technischen oder konjunkturellen Ursache, für die Ihre Firma nicht verantwortlich ist, zeitweise arbeitslos sind;
  • wenn Ihr Gehalt aufgrund der Insolvenz Ihres Arbeitsgebers nicht bezahlt wurde;
  • wenn Sie Langzeit erkrankt sind und Ihr Recht seitens der Krankenkasse ausgelaufen ist, Ihr Arbeitsvertrag mit dem deutschen Arbeitgeber aber weiterhin besteht;

Für diese Fälle kann die Agentur für Arbeit dem betroffenen Angestellten spezifische Leistungen zahlen.

Bei witterungsbedingter Arbeitsausfall haben Angestellte des Baugewerbes Anspruch auf eine Entschädigung wegen winterlichen Witterungsbedingungen. Der Arbeitsgeber reduziert das Gehalt und einer Entschädigung wird von der Agentur für Arbeit gezahlt.

Bei Kurzarbeit oder konjunktureller Arbeitslosigkeit, zahlt die Agentur für Arbeit Kurzarbeitgeld zusätzlich zum reduzierten Gehalt, das der Arbeitgeber überweist.

Bei Insolvenz des Arbeitgebers, aus der eine teilweise oder gar keine Bezahlung der Gehälter an die Angestellten resultiert, kann die Agentur für Arbeit unter gewissen Voraussetzungen den betroffenen Angestellten ihre Gehälter in Form von Insolvenzgeld auszahlen. Ein Angestellter hat Anspruch auf Insolvenzgeld im Falle des Bankrotts der Firma für die drei letzten Monate der Arbeit, die dem Bankrott vorangehen.

Bei Langzeiterkrankung, sobald das Krankentagegeld der Krankenversicherung ausgelaufen ist (Aussteuerung), können spezifische Leistungen von der Agentur für Arbeit gezahlt werden (Nahtlosigkeitsregelung, §125 SGB III).

2. Wenn Sie in Frankreich als Grenzgänger beschäftigt sind, werden Sie als teilweise arbeitslos behandelt, wenn:

  • Sie aufgrund von schlechtem Wetter zeitweise arbeitslos sind;
  • wenn Sie aufgrund einer technischen oder konjunkturellen Ursache, für die Ihre Firma nicht verantwortlich ist und die zur Folge hat, dass Ihre Firma ihre Aktivität reduziert oder unterbrochen hat, zeitweise arbeitslos sind;

Für diese Fälle kann die Pôle emploi (französische Arbeitsagentur) spezifische Leistungen zahlen.

Bei witterungsbedingter Arbeitslosigkeit haben Angestellte des Baugewerbes Anspruch auf eine Entschädigung wegen Witterungsbedingungen, die auf Grundlage von 3/4 des Stundenlohns des Angestellten, welcher er am Vortag der Unterbrechung seiner Arbeit erhalten hat. Sie wird maximal 55 Tage lang gezahlt. Diese Entschädigung wird vom Arbeitgeber unter den gleichen Bedingungen der Arbeitszeit und des Arbeitsortes wie des Gehaltes gezahlt.

Bei zufälliger oder technischer Arbeitslosigkeit oder bei konjunktureller Arbeitslosigkeit erhält der Angestellte eine teilweise Aktivitätsentschädigung vom Arbeitgeber. Der Arbeitgeber erhält wiederum eine Leistung, die ihm vom Staat gezahlt wird.

3. Wenn Sie in der Schweiz als Grenzgänger beschäftigt sind, gelten folgende Regelungen im Fall der Kurzarbeit:

Der Arbeitgeber, die Arbeitgeberin muss die geplante Kurzarbeit mindestens 10 Tage vor Beginn der Kurzarbeit beim Kanton schriftlich voranmelden. Als Arbeitnehmerin oder Arbeitnehmer müssen Sie selber nichts unternehmen. Der Kanton prüft, ob die Kurzarbeit rechtmäßig ist und ob sie tatsächlich dem Erhalt der Arbeitsplätze dient.

Die Arbeitgeberin oder der Arbeitgeber muss bei den Mitarbeitenden die schriftliche Zustimmung für die Kurzarbeit einholen. Sie haben das Recht, die Kurzarbeitsentschädigung abzulehnen. Der Arbeitgeberin bzw. der Arbeitgeber muss dann weiterhin den vollen Lohn auszahlen.

  • Für den Arbeitsausfall erhalten Sie eine Kurzarbeitsentschädigung. Diese beträgt 80 % des Verdienstausfalls, d.h. 80 % des wegfallenden Lohns. Sie werden aber erst von der Arbeitslosenkasse entschädigt, wenn die in den letzten sechs Monaten geleisteten Überstunden zeitlich abgebaut sind (egal, ob diese ausbezahlt worden sind).

  • Lernende sowie Temporärarbeitende sind von der Kurzarbeit nicht betroffen. Sie erhalten ihren vollen Lohn und da der Arbeitsvertrag befristet ist, können sie auch nicht gekündigt werden.

Die Kurzarbeit hat ebenfalls keinen Einfluss auf Ihre Beiträge für die Sozialversicherungen. Arbeitgebende und Arbeitnehmende müssen weiterhin die vollen Beiträge bezahlen.

Wenn Sie von ganz- oder halbtägigen Arbeitsausfällen betroffen sind, sind Sie verpflichtet, eine Zwischenbeschäftigung anzunehmen, wenn diese vom RAV zugewiesen wird.
Für Fragen zu den Berechnungen und Leistungen, wenden Sie sich an die für die Kurzarbeit Ihrer Firma zuständige Arbeitslosenkasse (bei der Arbeitgeberin, beim Arbeitgeber nachfragen).

Arbeitgebende aber auch Arbeitnehmende dürfen während einer Kurzarbeitsphase – unter Einhaltung der Kündigungsfristen – jederzeit kündigen. Für die Dauer der Kündigungszeit müssen die Arbeitgebenden den Mitarbeitenden den vollen Lohn bezahlen, ungeachtet dessen, ob eine volle Beschäftigung möglich ist oder nicht.

Zuletzt geändert am 11.03.2016