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Die Berufsausbildung in Deutschland

Die Berufsausbildung in Deutschland erfolgt in den meisten Fällen im Rahmen einer betrieblichen, der sogenannten „dualen Ausbildung“. Hierbei werden praktische Erfahrungen in einem Unternehmen gesammelt, während der theoretische Fachunterricht an einer Berufsschule stattfindet. Die betriebliche Ausbildung dauert zwischen zwei und dreieinhalb Jahren und kann in den Bereichen Industrie und Handel, Handwerk oder Landwirtschaft, im öffentlichen Dienst oder auch bei Ärzten, Apothekern, Rechtsanwälten und Steuerberatern absolviert werden. Derzeit existieren in Deutschland etwa 350 anerkannte Ausbildungsberufe. Im Prinzip ist es jedem möglich, eine betriebliche Berufsausbildung zu machen, d.h. es gibt keine rechtlichen Vorgaben bezüglich der Schulabschlüsse. Allerdings legen die Ausbildungsbetriebe bestimmte Voraussetzungen für die Einstellung ihrer Auszubildenden (kurz: Azubis) fest.

Daneben gibt es auch Berufe, die in einer reinen schulischen Ausbildung gelernt werden, beispielsweise in den Bereichen Gesundheit, Pädagogik und Kunst. Diese Form der Ausbildung dauert zwischen einem und drei Jahren und in der Regel werden für die Aufnahme ein bestimmter Schulabschluss und ein Mindestalter vorausgesetzt. Im Gegensatz zu einer betrieblichen wird die schulische Ausbildung jedoch nicht bzw. nur bei wenigen Berufen vergütet.

Darüber hinaus gibt es in Deutschland die Möglichkeit eine Ausbildung im öffentlichen Dienst zu absolvieren, um als Angestellte/r oder Beamte/r in verschiedenen Verwaltungen und Behörden von Bund, Ländern und Kommunen zu arbeiten. Wer eine Hochschulreife (Abitur) hat, kann auch an einer Berufsakademie (BA) oder an einer Dualen Hochschule studieren, bei der man einen Ausbildungs- oder Praktikumsvertrag mit einem kooperierenden Unternehmen abschließt, um dann in der Regel drei Jahre lang abwechselnd an der BA bzw. Dualen Hochschule und in einem Unternehmen eine Ausbildung bzw. einen Studienabschluss zu erlangen.

Weitere Informationen:

Informationen zur Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse finden Sie unter:

Zuletzt geändert am 15.08.2016

Die Berufsausbildung in Frankreich

Die Mehrheit der französischen Schüler zieht der betrieblichen die schulische Ausbildung an einem Lycée d’enseignement professionnel (berufliches Gymnasium) vor. Frankreich ist ein Land, in dem Berufsleben und Bildung tendenziell getrennt sind. Die formation par alternance (alternierende Lehrlingsausbildung) hat somit keine historischen Wurzeln. Das könnte das geringe Interesse erklären, auf das diese Ausbildung lange Zeit stieß. Sie rückt allerdings zunehmend ins Zentrum der politischen Debatte. Anfang 2014 reformierte die französische Regierung das Ausbildungssystem. Dabei strich sie trotz der negativen Entwicklung staatliche Subventionen für die alternierende Ausbildung.

Die alternierende Ausbildung findet sowohl im Betrieb wie auch im Centre de formation d’apprentis, (CFA, Ausbildungszentrum für Lehrlinge) statt und bereitet auf verschiedene Berufe, z. B. in der Lebensmittelbranche, im Einzelhandel, im Baugewerbe, in der Hotel- und Tourismusbranche, aber auch in der Pflege, im Automobil- und Elektrosektor vor. Jeder Schüler, der mindestens 16 und höchstens 25 Jahre alt ist, kann nach der 10. Klasse eine Lehrausbildung beginnen, die normalerweise zwei Jahre dauert.

Es können auf diesem Weg folgende berufsqualifizierende Abschlüsse erworben werden, die nach zwei Niveaus unterschieden werden:

  1. „Niveau V“, welches alle ersten Berufsabschlüsse umfasst, z. B. das Certificat d’aptitude professionnelle (CAP, Berufsbefähigungszeugnis), das Brevet d’études professionnelles (BEP, Berufsausbildungszeugnis) etc.
  2. „Niveau IV“, welches alle höheren beruflichen Qualifikationen umfasst, z. B. das Baccalauréat professionnel (Fachabitur) oder den Brevet de technicien supérieur (BTS, höherer Technikerbrief mit schulischer Ausbildung) etc.

Dank dieser aufeinander folgenden Abschlüsse ermöglicht eine berufliche Ausbildung, an allen Qualifizierungsstufen der Zweit- oder Hochschulausbildung teilzunehmen.

Weitere Informationen - nationale Seiten:

Weitere Informationen - regionale Seiten:

Informationen zur Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse finden Sie unter:

Zuletzt geändert am 15.08.2016

Die Berufsausbildung in der Schweiz

In der Schweiz ist die Berufsausbildung in einem alternierenden Ausbildungssystem organisiert, welches „Duales System“ genannt wird. Diese Ausbildung erfreut sich eines großen Erfolgs bei den Schweizer Jugendlichen.

In den letzten Jahren ihrer Schulzeit absolvieren die Schüler „Schnupperpraktika“ in Betrieben. Ziel dieser Praktika ist es, die Schüler eine Erfahrung im Berufsleben machen zu lassen und ihnen erste Anhaltspunkte für ihre zukünftige Berufswahl zu liefern.

Während der alternierenden Berufsausbildung erhalten die Lehrlinge in den Berufsfachschulen eine fachliche Ausbildung und in den überbetrieblichen Ausbildungszentren eine allgemeinbildende Ausbildung.

Parallel zur Ausbildung können die Lehrlinge eine „Berufsmatura“ besuchen. Auch wenn für die Aufnahme an einem Berufsgymnasium (BMS) eine Aufnahmeprüfung notwendig ist, entscheiden sich ungefähr 20 % der Lehrlinge dafür. Mit der Berufsmatura hat man die Möglichkeit, sich nach Abschluss der Lehre direkt an einer Fachhochschule einzuschreiben.

Weitere Informationen:

Informationen zur Anerkennung ausländischer Berufsabschlüsse finden Sie hier.

Zuletzt geändert am 18.12.2015

Die grenzüberschreitende Ausbildung am Oberrhein

Im September 2013 wurde auf Initiative der Oberrheinkonferenz die Rahmenvereinbarung über die grenzüberschreitende (deutsch-französische) Berufsausbildung unterzeichnet mit dem Ziel, die Mobilität von Auszubildenden über die Grenzen hinweg zu fördern und zu erleichtern. Auszubildende können seither den praktischen Teil ihrer Ausbildung oder ihres dualen Studiums im Nachbarland und den theoretischen Teil im Heimatland absolvieren. Der Schwerpunkt liegt angesichts der vielen unbesetzten Ausbildungsplätze auf deutscher Seite darauf, französische Jugendliche unter 26 Jahre zu motivieren, bei einem deutschen Unternehmen eine grenzüberschreitende duale Ausbildung oder ein duales Studium zu absolvieren. Voraussetzung hierfür ist, dass in Frankreich und in Deutschland ein äquivalenter Berufs- oder Studienabschluss existiert.

Bei der grenzüberschreitenden Berufsausbildung wird zunächst die französische Abschlussprüfung abgelegt, es kann zusätzlich auch der deutsche Berufsabschluss und damit eine Doppelqualifizierung erlangt werden. Eine weitere Besonderheit der grenzüberschreitenden Ausbildung besteht darin, dass die Region Elsass den Großteil der Schulkosten, der sog. „Ausbildungssteuer“, für die teilnehmenden deutschen Unternehmen übernimmt.

Weitere Informationen finden Sie in der Rubrik „Andere grenzüberschreitende Einrichtungen“ (Service für Grenzüberschreitende Ausbildung EURES-T Oberrhein / Région Alsace).

Zuletzt geändert am 18.12.2015