Navigation

Erwerbsunfähigkeit/​Invalidität in Frankreich

In Frankreich ist die CPAM (Krankenversicherung) für die Erwerbsunfähigkeits- oder Invalidenrente zuständig.

Anspruch auf eine Invaliditätsrente hat ein Versicherter, der

  • das gesetzliche Rentenalter noch nicht erreicht hat,
  • eine Minderung der Arbeits- und Erwerbsfähigkeit um mindestens Zweidrittel nachweisen kann,
  • mindestens ein Jahr vor Eintritt der Invalidität oder Vorerkrankung Versicherungsmitglied war 
  • und entweder in dieser Zeit insgesamt mindestens 800 Stunden tätig war, oder  Beiträge für ein Entgelt gezahlt hat, das mindestens dem 2030fachen des französischen Mindeststundenlohns entspricht.  

Die Berechnung der Invaliditätsrente erfolgt auf Basis des Grundlohns. Dazu wird das durchschnittliche beitragspflichtige Jahreseinkommen der besten zehn Einkommensjahre berücksichtigt. Sie unterteilt sich in drei Kategorien:

  • Kategorie 1: Der Berechtigte kann noch eine Berufstätigkeit ausüben; die Rente beträgt 30 % des Grundlohns.
  • Kategorie 2: Der Berechtigte kann keine Berufstätigkeit ausüben; die Rente beträgt 50 % des Grundlohns.
  • Kategorie 3: Der Berechtigter kann keine Berufstätigkeit ausüben  und zusätzlich wird Hilfe einer dritten Person benötigt; die Rente beträgt 50 % des Grundlohns, zuzüglich Pflegezuschlag.

Empfänger der französischen Invaliditätsrente haben Anspruch auf Leistungen der Kranken- und Mutterschaftsversicherung. Die Rente kann ebenfalls mit einer Erwerbstätigkeit kombiniert werden. Dabei ist jedoch auf individuell ermittelte Hinzuverdienstgrenzen zu achten.

Personen die in Frankreich leben oder arbeiten können eine carte d’invalidité (Schwerbehindertenausweis) bei der Maison départementale des personnes handicapées beantragen. Dies ermöglicht Ermäßigungen aber auch die Einhaltung des Kündigungsschutzes die im französischen Arbeitsrecht festgelegt sind sowie der Schutz gegen Diskriminierungen. 

Zuletzt geändert am 04.08.2016