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Krankenversicherung in Deutschland

Das deutsche Krankenversicherungssystem unterteilt sich in gesetzliche und private Krankenversicherungen:

Wenn Sie als Angestellter unter einer gewissen Grenze verdienen, müssen Sie sich gesetzlich pflichtversichern. Man spricht von der Versicherungspflichtgrenze. Diese ändert sich jährlich und liegt im Jahr 2018 bei einem Bruttojahresverdienst von 59 400 €.

Sie müssen sich dann für die Mitgliedschaft bei einer der unterschiedlichen gesetzlichen Krankenkassen entscheiden. Eine Liste der unterschiedlichen gesetzlichen Krankenkassen finden Sie auf der Homepage des GKV Spitzenverbands.

Wenn Ihr Verdienst über dieser Grenze liegt, können Sie entweder eine private Krankenversicherung wählen, oder - sofern Sie die entsprechenden Vorversicherungszeiten erfüllen - freiwilliges Mitglied in einer gesetzlichen Krankenversicherung werden.

Auch als Selbständiger oder als Beamter sind Sie nicht pflichtversichert, sondern können entweder - wenn Sie die entsprechenden Voraussetzungen erfüllen - freiwilliges Mitglied in einer gesetzlichen Krankenversicherung werden, oder eine private Krankenversicherung wählen.

Zuletzt geändert am 30.10.2018

Die Krankenversicherungsbeiträge in Deutschland

Es gibt für alle gesetzlichen Krankenkassen einen allgemeinen Beitragssatz in Höhe von derzeit 14,6%. Diesen teilen sich Arbeitgeber und Arbeitnehmer. Allerdings ist der maximale Krankenversicherungsbeitrag bis zu einem bestimmten Einkommen begrenzt. Diese Grenze nennt sich Beitragsbemessungsgrenze und ändert sich ebenfalls jährlich. Sie liegt im Jahr 2018 bei 53.100€ Jahreseinkommen.

Die Krankenkassen können Zusatzbeiträge erheben, die vom Arbeitnehmer allein getragen werden. Sie können die Höhe der Zusatzbeiträge ebenfalls aus der Liste der unterschiedlichen Krankenkassen auf der Seite des GKV Spitzenverbands ersehen.

Die Krankenkassenbeiträge werden direkt vom Gehalt abgezogen.

Wenn Sie sich freiwillig gesetzlich versichern, bezahlen Sie anteilig nach Ihren Einkünften im Jahr 2015 zwischen ca. 150 und 710 Euro. Als Angestellter wird Ihr Arbeitgeber einen Anteil übernehmen. Als Selbständiger oder Beamter müssen Sie den Beitrag selbst bezahlen.

Die gesetzliche Krankenkasse stellt damit auf die finanzielle Leistungsfähigkeit ab. Wer mehr verdient, bezahlt einen höheren Beitrag. Wer weniger verdient, bezahlt einen geringeren Beitrag. In gewissen Situationen ist sogar eine beitragsfreie Versicherung bzw. eine kostenlose Familienversicherung möglich.

In der privaten Krankenversicherung hängt der Beitrag stark von der individuellen Situation, insbesondere vom Gesundheitszustand ab. In der Regel wird eine Gesundheitsprüfung durchgeführt um die Beitragshöhe zu ermitteln. Sind Sie „jung und gesund“, dann werden Ihre Beiträge günstig sein. Im Alter steigen die Beiträge zur privaten Krankenversicherung aber an, weil dann tendenziell Kosten verursacht werden. Eine kostenlose Familienversicherung gibt es in der privaten Krankenversicherung nicht.

Beachten Sie:

Wenn Sie sich für eine private Krankenversicherung entschieden haben, dann ist der Wechsel in die gesetzliche deutsche Krankenversicherung in der Regel ausgeschlossen. Dies gilt auch, wenn Sie sich im Ausland ausschließlich privat versichern. Die Rechtslage in Deutschland ist insoweit sehr streng. Wenn man die Altersgrenze von 55 Jahren überschritten hat, ist der Rückweg zurück in die gesetzliche Krankenversicherung nach deutschem Recht versperrt. Wenn diese Altersgrenze nicht überschritten ist, ist eine Rückkehr unter sehr engen Voraussetzungen möglich.

Informationen zur Rückkehr in die gesetzliche Krankenversicherung bekommen Sie bei den gesetzlichen Krankenversicherungen.

Auf der Homepage des Bund der Versicherten können Sie sich unter Publikationen eine Broschüre downloaden „Gut versichert … in der privaten Krankenversicherung?“

Zuletzt geändert am 08.08.2018

Das Krankengeld in Deutschland

Für den Fall der (unverschuldeten) Arbeitsunfähigkeit infolge einer Krankheit, hat der Arbeitnehmer gegen den Arbeitgeber einen Anspruch auf Entgeltfortzahlung bis zu einer Dauer von sechs Wochen. Für diesen Zeitraum zahlt der Arbeitgeber nach Vorlage einer ärztlichen Bescheinigung den vollen Lohn weiter.

Nach Ablauf der sechs Wochen erhält der Arbeitnehmer grundsätzlich von seiner Krankenkasse für maximal 78 Wochen Krankengeld. Der Anspruch auf Krankengeld ruht aber, solange der Versicherte noch Entgeltfortzahlung von seinem Arbeitgeber erhält – das bedeutet, dass die sechs Wochen Entgeltfortzahlung durch den Arbeitgeber auf die Dauer von 78 Wochen angerechnet werden, man danach also maximal Anspruch auf 72 Wochen Krankengeld haben kann.

Die Arbeitsunfähigkeit ist regelmäßig durch eine Bescheinigung des behandelnden Vertragsarztes zu dokumentieren und sie muss der Krankenkasse unverzüglich - binnen einer Woche - gemeldet werden. Anderenfalls ruht der Anspruch auf Krankengeld. Bei Zweifeln am Vorliegen der Arbeitsunfähigkeit holen die Krankenkassen eine gutachterliche Stellungnahme vom Medizinischen Dienst der Krankenversicherung ein.

Zuletzt geändert am 16.12.2015