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Die Arbeitslosigkeit in Deutschland

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L’assurance chômage en Allemagne

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Die Arbeitslosigkeit in Deutschland

Die Arbeitslosenversicherung wird in Deutschland durch das Dritte Sozialgesetzbuch (auch SGB III genannt) vom 24.03.1997 geregelt. Die zuständige Behörde ist die Bundesagentur für Arbeit, welche in Nürnberg ihren Sitz hat und dem Bundesministerium für Arbeit und Soziales unterstellt ist.

Zuletzt geändert am 18.12.2015

Die Voraussetzungen für den Leistungsempfang

Als Arbeitssuchender wird ein Arbeitnehmer bezeichnet, der keinen Arbeitsvertrag hat (beschäftigungslos), aktiv eine Anstellung sucht (persönliche Bemühungen) und der für die Stellenvorschläge der Agentur für Arbeit zur Verfügung steht (Verfügbarkeit).

Um in Deutschland Arbeitslosengeld zu beziehen, müssen außerdem folgende Voraussetzungen erfüllt sein:

  • mindestens zwölf Monte Beitragszahlung während der letzten zwei Jahre vor der Arbeitslosenmeldung,
  • bei der Agentur für Arbeit als arbeitssuchend gemeldet sein
  • und dem Arbeitsmarkt zur Verfügung stehen und in der Lage sein, einer Beschäftigung nachzugehen.
FAQ
1 Frage
zu diesem
Thema
Ich bin arbeitslos, erhalte Arbeitslosengeld und habe vor ins Nachbarland zu ziehen. Ist es möglich, das Arbeitslosengeld weiterhin zu beziehen?
INFOBEST-Antwort:

Laut der EU-Verordnung Nr. 883/2004 des europäischen Parlamentes und des Rates vom 29. April 2004 zur Koordinierung der Systeme der Sozialsicherheit (Kapitel 6 Artikel 64) kann eine arbeitslose Person, welche in einem Mitgliedstaat der Europäischen Union (EU) oder in der Schweiz Arbeitslosengeld bezieht, bei der für sie zuständigen Arbeitsagentur das Formular PDU2 beantragen, damit ihr Anspruch auf Leistungen bei Arbeitslosigkeit vorübergehend auch in dem anderen EU-Land besteht, wenn die Person dort nach Arbeit sucht.

Folglich besteht der Leistungsanspruch eines Arbeitslosen, der sich zur Arbeitssuche in einen anderen EU-Mitgliedsstaat begibt weiterhin, sofern er der Arbeitsbehörde im Land seiner letzten Beschäftigung noch für mindestens 4 Wochen nach Beginn seiner Arbeitslosigkeit zur Verfügung steht. Hierfür muss er das Formular PDU2 bei der Arbeitsbehörde des Landes beantragen, von der er Arbeitslosengeld bezieht, und sich innerhalb von 7 Tagen nach seinem Umzug bei der Arbeitsbehörde des Landes als Arbeitssuchender melden, in das er seinen Leistungsanspruch exportieren möchte.

Das Formular PDU2 gewährt bzw. verlängert den Leistungsanspruch des Arbeitslosen je nach Land für eine Dauer von drei bis hin zu sechs Monaten.

Zuletzt geändert am 18.12.2015

Die Arbeitslosmeldung

Vorgehensweise

Die Meldung als arbeitslos muss in Deutschland persönlich und unverzüglich (sobald die Beendigung des Arbeitsvertrages feststeht) bei der für den Wohnort zuständigen Agentur für Arbeit erfolgen. Falls ein befristeter Arbeitsvertrag vorliegt, muss die Anmeldung drei Monate vor Beendigung des Vertrages erfolgen.

Beachten Sie: Falls die Anmeldung zu spät erfolgt, kann die Arbeitslosenleistung gekürzt werden.

Die Kontaktdaten der verschiedenen Agenturen für Arbeit finden Sie hier.

Notwendige Unterlagen

Dem Antrag auf Arbeitslosengeld müssen gewisse Dokumente beigefügt werden.

Die Grenzgänger, welche in einem anderen Mitgliedsstaat gearbeitet haben, müssen auch das gemeinschaftliche Formular U1 (ebenfalls PDU1 genannt) vorlegen. (siehe Grenzgänger in vollständiger Arbeitslosigkeit)

Zuletzt geändert am 02.08.2018

Höhe und Dauer des Arbeitslosengeldes

Höhe des Arbeitslosengeldes

Die Höhe des Arbeitslosengeldes I hängt von folgenden Faktoren ab:

  • von der Höhe des Gehalts ohne Sozialbeiträge der letzten 52 Wochen;

  • von der Lohnsteuerklasse des Antragstellers;

  • und von der Anzahl der unterhaltspflichtigen Kinder.

Wenn der Antragsteller mindestens ein Kind hat, beträgt das Arbeitslosengeld I mindestens 67 % des durchschnittlichen Nettogehaltes der letzten 52 Arbeitswochen. Andernfalls beträgt das Arbeitslosengeld 60 % des durchschnittlichen Nettogehaltes.

Die Dauer des Arbeitslosengeldes

Die Dauer des Bezugs des Arbeitslosengeldes variiert hinsichtlich der Dauer der Sozialversicherungspflicht der letzten fünf Jahre sowie hinsichtlich des Alters des Antragsstellers. Für Personen über 50 Jahre ist eine Verlängerung der Bezugsdauer des Arbeitslosengeldes am 1. Januar 2008 in Kraft getreten.

Dauer der Sozial versicherungspflicht

Alter

Bezugsdauer Arbeitslosengeld I

12 Monate


6 Monate

16 Monate


8 Monate

20 Monate


10 Monate

24 Monate


12 Monate

30 Monate

Zwischen 50 und 54 Jahren

15 Monate

36 Monate

Ab 55 Jahren

18 Monate

48 Monate

Ab 58 Jahren

24 Monate


Arbeitslose, deren Anspruch auf Arbeitslosengeld I ausgelaufen ist, können Arbeitslosengeld II, das sogenannte Hartz IV, beantragen. Diese Leistung für Langzeitarbeitslosigkeit betrug im Jahr 2015 399€ für einen alleinstehenden Erwachsenen und 2x 360€ für ein Paar. Zusätzliche Leistungen werden für Kinder, die im selben Haushalt wie der Leistungsempfänger wohnen, gezahlt; der Betrag hängt vom Alter der Kinder ab (234€/267€/302€).

Diese Leistung wird also nicht anhand des vorherigen Gehalts bemessen, sondern ist pauschal. Eine Voraussetzung für den Erhalt der Leistung ist allerdings, weiterhin aktiv nach einem Arbeitsplatz zu suchen. Um das Arbeitslosengeld II zu erhalten, muss ebenfalls der Mangel von eigenen Einkünften nachgewiesen werden; hier werden der wirkliche Bedarf sowie die Einkünfte und der Besitz betrachtet.

Arbeitslosengeld und Verdienst

Ein gleichzeitiger Bezug ist möglich. Der Arbeitssuchende kann eine selbstständige oder unselbstständige Tätigkeit ausüben und ein Nebeneinkommen erzielen. Allerdings darf er pro Woche nicht länger als 15 Stunden arbeiten, sonst gilt er nicht mehr als arbeitslos. Das Nebeneinkommen wird auf das Arbeitslosengeld angerechnet. Dabei bleiben jedoch 165 Euro monatlich anrechnungsfrei. Die Nebenbeschäftigung ist der Agentur für Arbeit sofort und ohne Aufforderung zu melden.

FAQ
1 Frage
zu diesem
Thema
Ist ein gleichzeitiger Bezug von Arbeitslosengeld und Rente möglich?
INFOBEST-Antwort:

Für Arbeitssuchende, die in Frankreich Arbeitslosengeld beziehen, ist der gleichzeitige Bezug von Arbeitslosengeld (Allocations de Retour à l’Emploi, ARE) und einer Rente möglich, allerdings ist die Höhe je nach Alter des Empfängers begrenzt. Bei unter 50 Jahren ist eine Rente vollständig kumulierbar mit der ARE. Zwischen 50 und 55 Jahren wird die ARE um 25 % des Rentenbetrags gekürzt. Zwischen 55 und 60 Jahren wird die ARE um 50 % gekürzt. Bei über 60 Jahren wird die ARE um 75 % gekürzt.

Für Arbeitssuchende, die in Deutschland Arbeitslosengeld beziehen, wird der Anspruch auf Arbeitslosengeld vollständig oder teilweise ausgesetzt, wenn sie eine gesetzliche Alters- oder Invalidenrente beziehen. Die entsprechenden gesetzlichen Bestimmungen sollen eine « Doppelzahlung » verhindern. Es wird empfohlen, sich so früh wie möglich bei den Beratungsstellen der Agentur für Arbeit und der zuständigen Rentenversicherung über eine Folge der Kumulation mit Arbeitslosengeld zu informieren. Auch von ausländischen Trägern der Altersversicherung gezahlte Leistungen haben ähnliche Konsequenzen wie vergleichbare deutsche Leistungen.

Für Arbeitssuchende, die in der Schweiz Arbeitslosengeld beziehen, ist es nicht möglich Arbeitslosengeld mit einer Rente zu kumulieren, solange das normale Rentenalter, welches den Anspruch auf eine Altersrente der AVS eröffnet, nicht erreicht ist und keine Altersrente von der AVS bezogen wird.

Zuletzt geändert am 18.12.2015

Verpflichtungen des Arbeitssuchenden

  • Der Arbeitslosengeldempfänger muss jeder Einladung der Agentur für Arbeit Folge leisten und jegliche Änderung seiner Situation mitteilen.
  • Der Arbeitslosengeldempfänger muss einen Job annehmen, der ihm von der Agentur für Arbeit vorgeschlagen wird, außer er ist zu einer bestimmten Arbeit körperlich, geistig oder seelisch nicht fähig. Dies gilt auch, wenn das daraus erzielte Arbeitsentgelt niedriger ist als das der Bemessung des Arbeitslosengeldes zugrunde liegende Arbeitsentgelt. In den ersten drei Monaten der Arbeitslosigkeit ist eine Minderung um mehr als 20 Prozent und in den folgenden drei Monaten um mehr als 30 Prozent dieses Arbeitsentgelts nicht zumutbar. Es muss auch eine Arbeit angenommen werden, die nicht der früheren beruflichen Tätigkeit entspricht, für die man ausgebildet wurde oder die früher ausgeübt wurde. Auch wenn der Beschäftigungsort vom Wohnort des Empfängers von Arbeitslosengeld weiter entfernt ist als ein früherer Beschäftigungs- oder Ausbildungsort, muss die von der Agentur für Arbeit vorgeschlagene Stelle angenommen werden.
  • Der Arbeitslosengeldempfänger hat kein Anrecht auf Urlaub, er darf allerdings innerhalb eines Kalenderjahres längstens sechs Wochen am Stück wegfahren. Das Arbeitslosengeld wird allerdings nur bis zum Ende der dritten Woche des Urlaubs gezahlt. Die Genehmigung der Agentur für Arbeit für die Abwesenheit ist erforderlich.
  • Der Arbeitslosengeldempfänger kann unter bestimmten Bedingungen von der Agentur für Arbeit einen Bildungsgutschein erhalten. Mit diesem Bildungsgutschein wird unter anderem bescheinigt, welche von den folgenden Weiterbildungskosten übernommen werden: Lehrgangskosten, Fahrtkosten, Kosten für auswärtige Unterkunft und Verpflegung, Kinderbetreuungskosten. Zusätzlich können Sie für die Dauer der geförderten Weiterbildung Arbeitslosengeld erhalten. Die Regelungen für das Arbeitslosengeld gelten unverändert auch während der Weiterbildung.
Zuletzt geändert am 10.03.2016

Sozialversicherung

Im Falle von Arbeitslosigkeit gilt die Regelung der deutschen gesetzlichen Sozialversicherung hinsichtlich der Kranken- und Pflegeversicherung sowie unter bestimmten Voraussetzungen auch der Rentenversicherung. Wenn Sie im Jahr vor dem Beginn der Arbeitslosengeldzahlung rentenversicherungspflichtig waren, entrichtet die Agentur für Arbeit während der Dauer des Leistungsbezuges die Pflichtbeiträge an den zuständigen Rentenversicherungsträger.

Als Leistungsempfänger sind Sie auch bei Unfällen versichert, wenn Sie auf dem Weg zur Agentur für Arbeit oder auf deren Anweisung zu anderen Stellen sind (z. B. für einen Arztbesuch oder ein Bewerbungsgespräch). Im Falle eines Unfalles müssen Sie diesen unverzüglich der Agentur für Arbeit melden.

Zuletzt geändert am 03.08.2016