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Krankenversicherung in Frankreich

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Assurance maladie en France

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Krankenversicherung in Frankreich

Drei Gruppen von Krankenkassen

Im Rahmen der Sécurité Sociale gibt es in Frankreich im Wesentlichen drei Gruppen von Krankenkassen:

Das „régime général und das régime local" für Arbeitnehmer - diese sind in der CPAM (Caisse Primaire d'Assurance Maladie) versichert, die Agrarkasse (Mutualité Sociale Agricole) für landwirtschaftliche Arbeitkräfte, die Krankenkasse für Selbständige (Mutuelle des artisans) sowie eine Reihe weiterer Spezialgruppen.

Außerdem gibt es noch private Versicherungen, die eine ergänzende Zusatzversicherung anbieten, da die Krankenkassen nur einen Teil der Kosten ersetzen. In welcher Höhe die Kosten erstattet werden, ist abhängig davon, ob Sie dem régime général oder dem régime local unterliegen. Deshalb hat die große Mehrheit der Versicherten eine derartige Zusatzversicherung abgeschlossen.

Kostenerstattungsprinzip

In Frankreich gilt grundsätzlich das Kostenerstattungsprinzip, d.h. der Patient zahlt dem behandelnden Arzt die erbrachte Leistung. Die carte vitale wird beim Arzt eingelesen, die Krankenkasse und die Zusatzversicherung (mutuelle) werden dann automatisch über den Vorgang informiert und erstatten dem Patienten die Kosten. Von diesem Vorkasse-System kann in bestimmten Situationen abgesehen werden und auch bei der Höhe des zu erstattenden Beitrags kann die persönliche Situation gegebenenfalls bis hin zur vollständigen Erstattung berücksichtigt werden. Den staatlich festgesetzten Teil, der nicht von der Krankenversicherung übernommen wird, beispielsweise das sog. ticket modérateur, muss der Versicherte entweder selbst bezahlen, oder hierfür eine Zusatzversicherung abschließen. Die allermeisten Personen in Frankreich verfügen über eine solche Zusatzversicherung, um dieses Risiko abzudecken.

Die Erstattungssätze unterscheiden sich je nach Art der Leistungen. Im Régime géneral sind dies in der Regel für ärztliche und zahnärztliche Leistungen 70%, andere medizinische Leistungen und Untersuchungen 60% oder 70 %, Krankenhausaufenthalt 80%, Medikamente werden zu 100 %, 65 % , 30 % oder 15 % (abhängig davon, wie die medizinische Wirksamkeit des Medikamentes bewiesen ist) ersetzt. Auf dieser Seite ersehen Sie mit welchem Prozentsatz Ihr Medikament ersetzt werden wird.

Im „Régime local", welches für Versicherte im Elsass und im Departement Moselle Anwendung findet, liegen die Erstattungssätze teilweise erheblich höher. Eine Erstattung der Kosten zu 100% kommt gegebenenfalls aus sozialen Gründen und während der Mutterschaft, sowie auch bei langen Krankenhausaufenthalten oder chronischen Erkrankungen in Betracht.

Weitere Informationen

Zuletzt geändert am 08.08.2018

Die Krankenversicherungsbeiträge in Frankreich

Die Krankenversicherungsbeiträge werden in Frankreich im Wesentlichen vom Arbeitgeber getragen und sind einkommensabhängig. Der Arbeitgeber bezahlt einen Arbeitgeberanteil in Höhe von 13% des Lohns. Der Arbeitnehmer bezahlt seit dem 1. Oktober 2018 keinen Beitrag mehr, ist er jedoch bei der lokalen Krankenkasse (Elsass und Mosel) versichert, bezahlt er einen Arbeitnehmerbeitrag in Höhe von 1,50% des Lohns.  

Weitere Informationen:

Sätze und Obergrenzen der Sozial- und Arbeitslosenversicherungsabgaben

Taux des cotisations du régime général de sécurité sociale

 

 

Zuletzt geändert am 08.08.2018

Das Krankentagegeld in Frankreich

Das Krankentagegeld wird unter bestimmten verwaltungstechnischen und medizinischen Voraussetzungen nach einer Frist (délai de carence) von 3 Tagen gezahlt. Es soll den Gehaltsverlust während der Krankheitsphase ausgleichen und wird alle zwei Wochen von der Krankenkasse (Assurance maladie) überwiesen. Die Bedingungen für einen Rechtsanspruch hängen von der Dauer der Arbeitsunterbrechung (mehr oder weniger als sechs Monate) und der Beschäftigung des Versicherten ab (regelmäßige oder unregelmäßige Beschäftigung, Saisonarbeiter, Künstler,...).

Das Krankentagegeld umfasst 50 % des Bruttogehaltes (salaire soumis à cotisations). Im Falle einer regelmäßigen Beschäftigung wird es auf Grundlage der letzten drei Monatsgehälter vor der Arbeitsunterbrechung berechnet. Im Falle von Saison- oder Leiharbeit stellen die letzten zwölf Monate vor der Unterbrechung der Arbeit die Basis für die Berechnung dar (Obergrenze für das Jahr 2015: 2623,54 Euro). Der Höchstwert beträgt im Jahr 2015 43,13 Euro. Beachten Sie, dass sich diese Werte jährlich ändern. Eine Erhöhung erfolgt ab dem 31. Tag der ununterbrochenen Nichtausübung, wenn der Versicherte mindestens drei Kinder zu versorgen hat. In dieser Konstellation beträgt der Höchstwert 66,66% des Gehalts.

Weitere Informationen:

Zuletzt geändert am 16.12.2015